Auch heute m?chte ich wieder einen Roman vorstellen, der zwar nicht brandaktuell ist, aber trotzdem einen Blick wert scheint ?

die Rede ist von Todgeweiht von Markus Tillmanns.

F?r den eiligen Leser: Der Klappentext ist gut gelungen und ich muss ihn somit nicht mehr umschreiben, damit nicht zuviel verraten wird:

?In einem abgelegenen Boronskloster im Finsterkamm h?lt der Tod blutige Ernte :Eine mysteri?se Mordserie h?lt die Bewohner in Atem und vor den Toren lauern die Orks, begierig, das Kloster beim geringsten Anzeichen von Schw?che zu erst?rmen.

Welches Geheimnis umgibt Bewohner und Insassen des Noionitenklosters? Welche Schrecken der Vergangenheit bergen die alten Mauern? K?nnen der junge Krieger Quin und seine Begleiter die R?tsel um die Anlage l?sen, oder sind sie selbst schon … todgeweiht??

Bewertung:

I Inhalt

Kriminalgeschichten an sich sind ja eigentlich immer Garant f?r ein kurzweiliges und spannendes Buch… so auch hier, aber fangen wir am Anfang an. Eine Gruppe von Abenteurern treffen sich auf der Reise im Finsterkamm und beschlie?en zusammen zu reisen: So weit, so gut, so ungew?hnlich. Dass sie in diesen finsteren Zeiten Probleme mit den Orks bekommen, mag auch nicht wundern. Eine rasante Flucht f?hrt die 4 Weggef?hrten schlie?lich zum einzigen vermeintlich sicheren Ort: Einem Kloster der Noioniten… Kenner der DSA Geschichte werden jetzt vermutlich aufhorchen: Ein Kloster im Finsterkamm? Noioniten? Da war doch was… Und richtig: Es geht um das Kloster Arras de Mott, das nicht nur in der Orkensturm- Historie in die Ereignisse verwickelt war, sondern auch in der Nebenlinie der G7- Kampagne… aber keine Angst: Im Roman wird nichts dar?ber verraten, sondern er ist jedem Leser frei zug?nglich.

Richtig los geht die Story allerdings erst im Kloster: Die Charaktere werden eingef?hrt, ausgemalt, die Lokalit?ten vorgestellt ? wichtig bei einem Roman, der von der Handlung lebt, und dabei auf gleich bleibende Schaupl?tze zur?ck greifen muss…

Was eine Umschreibung der Handlung und somit des Inhalts betrifft, m?chte ich mich dieses Mal sehr zur?ckhalten ? nur soviel: Ab Seite 120 beginnt eine ganze Serie von unerwarteten Handlungsumschw?ngen und die eigentliche Kriminalstory beginnt erst richtig … und kommt auch erst kurz vor dem Ende zu einem relativ unerwarteten Abschluss.

II Charakterdarstellung

Die 4 ?Startcharaktere? sind von Tillmanns gut ausgearbeitet und differentiert worden: Der junge, ungeduldige Krieger Brin, der ?ltere und abgebr?hte, bauernschlaue Angrond, Oscatatio, ein Stutzer aus dem Horasreich und die junge Tsageweihte Tsafilia. Der Roman ist im gro?en und ganzen aus der Sicht der 3 M?nner geschrieben, deren Sichtweisen sich abwechseln, sodass man (wie im Genre ?blich) r?tseln darf, was den anderen inzwischen passiert ist.

Aber auch die Nebendarsteller, die M?nche aus dem Noionitenkloster sind ? obwohl etwas ?berzeichnet ? gut geschildert und unterscheidbar, was aufgrund der kurzen ?Auftrittszeiten? auch notwendig ist. Allerdings ist anzumerken, dass kein Charakter wirklich heraus sticht: Eine solide Arbeit, aber eben nicht allzu viel mehr.

III Aventurische Stimmigkeit

Wieder ein Roman, dem ich ausnahmslos attestieren kann, dass er genau so in Aventurien passiert sein k?nnte: Keine Fremdausdr?cke, sch?ne Einbindung lokaler Redewendungen, keine Fremdk?rper in der Geschichte und die ganze Handlung steht auf ?offiziellen? Grundfesten: Wer dieses Abenteuer also z.B. seine Gruppe erleben lassen will, der kann das ohne Probleme umsetzen.

IV Schreibstil

Markus Tillmanns ist kein unbekannter in der DSA Autoren Rige: Sowohl die Sieger Kurzgeschichte ?Die Queste der Donna Consuela? aus dem Sammelband ?Aufruhr in Aventurien? als auch der Roman ?Das Daimonicon? stammen aus seiner Feder. Somit m?chte ich seinen Stil auch nicht unbedingt vergleichen.

Tillmanns schreibt meist kurze und pr?gnante S?tze, schildert mehr, als er ausschm?ckt. Keine unn?tigen Worte st?ren den Handlungsverlauf und auch die Worte und Gedanken der Charaktere wirken nicht aufgesetzt, sondern eher ma?geschneidert. Sein Stil passt gut zu Geschichten, in denen stetige Handlungen gesetzt werden, sodass man ohnehin schnell weiter liest, um nichts zu verpassen.

Bewertung

Inhalt: 4 von 5 Charaktere: 3 von 5 Stimmigkeit: 5 von 5 Stil: 4 von 5

Endwertung: 4 von 5 Punkten

Fazit: Ein gutes und stimmiges Buch, dass vor allem durch die Handlung und die aventurische Stimmigkeit ?berzeugen kann, auch wenn die Charaktere nicht detailliert gezeichnet werden. Wer einfach gerne einen Kriminalroman im Aventuriensetting lesen will, oder die Handlung f?r seine Gruppe zu einem Abenteuer ausbauen m?chte kann bedenkenlos zuschlagen. Wer lieber immer ein wenig mehr wissen will, als die Helden, der sollte aber erst noch ein wenig nachdenken, bevor er den Roman in sein Regal stellt.

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