Zum roten Drachen

Zum roten Drachen

Der böse Magier in seinem einsamen Turm ist besiegt, der König hat seine geliebte Tochter wieder in den Armen und die tapferen Recken wurde mit 10 Goldstücken belohnt. Nach dem anstrengenden Abenteuer möchten sich die Helden ein wenig entspannen und suchen die Taverne „Zum roten Drachen“ auf. Es beginnt ein feuchtfröhlicher Abend bei Wein, Weib und Glückspiel. Hier kommt es nicht auf Kampftalente und Wissen an. Hier geht es nur darum das eigene Geld nicht unnötig zu verprassen und beim Alkoholgenuss nicht über die Strenge zu schlagen.

So oder ähnlich lautet der Prolog zu dem Kartenspiel „Zum roten Drachen“ (The red dragon inn), welches vor ein paar Monaten in der deutschen Fassung im Pegasus-Verlag erschienen ist. Als Spiele- und Fantasy-Liebhaber wurden mein Schatz und ich schnell auf dieses Spiel aufmerksam. Seit letzter Woche dürfen wir das Spiel als unseres bezeichnen und wollen es an dieser Stelle kurz vorstellen.

Das Spiel

In der Taverne Zum roten Drachen finden sich die vier Helden: Deirdre (Priesterin), Fiona (Kriegerin), Gorki (Dieb) und Zot (Zauberer) ein – Sie wollen Ihre Heldentaten feiern. Das Saufgelage beginnt und wer zuletzt noch nicht das Bewusstsein verloren hat und Gold besitzt gewinnt das Spiel.

Die zwei bis vier Spieler schlüpfen in jeweils eine der o.g. Rollen. Jeder erhält 10 Goldstücke und eine Tafel auf der der Alkohol-Pegel und die Trinkfestigkeit angezeigt werden. Zusätzlich verfügt man über 7 Aktionskarten welche im Laufe des Spiels eingesetzt werden können.

Es wird abwechselnd im Uhrzeigersinn gespielt (wobei man bei zwei Spielern auch gegen den Uhrzeigersinn spielen kann 😉 ), jeder Spieler führt folgende Aktionen durch: Die Kartenhand auffüllen, eine Aktionskarte ausspielen, ein Getränk für einen Freund ausgeben und selbst ein Getränk zu sich nehmen.

Die Aktionskarten unterscheiden sich von Held zu Held und können entweder jederzeit oder nur zu bestimmten Bedingungen ausgespielt werden. So gibt es beispielsweise „Zocken“-Karten, die das „normale“ Spiel unterbrechen und es wird um Gold gespielt. Der Gewinner bekommt selbstverständlich den ganzen Topf, wer vollständig pleite ist, verliert das Spiel und fliegt aus der Taverne. Andere Aktionskarten können z.B. die Trinkfestigkeit eines der Helden beeinflussen.

Nach der Aktionsphase kann der Held einem Freund ein Getränk ausgeben – Er legt eine verdeckte Getränke-Karte auf den entsprechenden Stapel des Spielers. Nach dieser Phase wird selbst der Humpen angesetzt – Man selbst muss die oberste Getränke-Karte vom eigenen „Trink mich“-Stapel aufdecken und die Leckerei zu sich nehmen – der Alkoholspiegel steigt. Die verschiedenen Getränke weisen unterschiedliche Alkoholgehalte auf und mit Pech kann man auch noch ein weiteres Getränk zum Nachspülen untergejubelt gekommen. Vorsicht ist geboten: Sobald der Alkoholgehalt die Trinkfestigkeit übersteigt, verliert man das Bewusstsein und das Spiel…

Meine Bewertung

Es macht schon richtig Spaß den Mitspieler unter den Tisch der Taverne Zum roten Drachen zu trinken, ohne das man damit rechnen muss, dass er sich in der nächsten Woche bei den AA anmelden muss. Das Spiel ist ein kurzweiliges Vergnügen für zwischendurch, wobei sich der Spielflair erst bei mehr als zwei Spielern richtig entfaltet. Ist es beim Spiel zu zweit absehbar, wer das nächste Getränk bekommt, kann man bei mehreren Spielern deutlich besser taktieren und der Spielspaß steigt rapide an. Die Karten sind sehr liebevoll gestaltet und die Getränkekarte hat sehr viel zu bieten. Das Spiel kann dem gestandenen Rollenspieler durchaus ans Herz gelegt werden und ist beispielsweise eine lustige und kurzweilige Unterbrechung einer längeren Rollenspiel-Session, ohne dabei zu weit vom Thema abzuschweifen, was auch auf die einfachen Spielregeln zurückzuführen ist. Ein Munchkin-Ersatz ist Zum roten Drachen sicherlich nicht – muss es aber auch nicht sein. Auf einer Skala von 0 bis 5 würde ich dem Spiel 4… ähh… Sterne geben.

Zum Roten Drachen Bewertung von Olaf:
4.0Bewertung von Zum Roten Drachen: 4.0