Im Blog von Arkanilium (Arkanil.de) wird gerade über folgendes Thema diskutiert: „15 aus 300 – Welche Zauber braucht ein Held?“.

Etwa 300 Zaubersprüche gibt es in der Welt des Schwarzen Auges. Für jede erdenkliche Gelegenheit existiert eine magische Formel. Es gibt allseits bekannte und weit verbreitete Sprüche, es gibt die Standardzauber für die jeweilige arkane Spezialisierung, es gibt ausgefallene Sprüche für exotische Magiekundige und es gibt mächtige, geheimnisvolle und, wenn überhaupt, nur einigen Verhüllten Meistern bekannte Zauber.

Trotz dieser großen Fülle an Zauberformel kommen im alltäglichen Spiel nur wenige Sprüche zum Einsatz. Zumindest in den Gruppen, die ich kenne.

Zu Beginn von DSA gab es nur eine Hand voll Zauber, dann kam mit DSA 2 das Buch der elfmal elf Zauber. Mit dem Codex Cantiones und dem Liber Cantiones kamen zu den neuen magischen Heldenklassen entsprechende Zauber dazu bzw. wurden alte Sprüche ein wenig abgewandelt, sodass man nun tatsächlich auf deutlich über 300 Sprüche kommt. Ob man von diesen Zaubern nun tatsächlich nur 15 elementare Zauber benötigt, kann man meiner Meinung nach, nicht so einfach beantworten.

Grundsätzlich sind viele Situationen mit einer entsprechenden Auswahl von Zaubern zu lösen. Da wäre ein effektiver Schadenszauber, eine Art von Beherrschung, ein Heilzauber, Licht und etwas womit man eine Tür aufbekommt.

Betrachtet man dies also auf eine taktische Art, sollte dies tatsächlich mit den im Artikel genannten Zaubern sehr gut möglich sein. Verbindet man diese Feststellung mit den Spielertypen nach Robin Laws mag dieser Ansatz für
die Spielertypen Taktiker, Powergamer, Butt-Kicker und vielleicht auch dem Casual-Gamer passen.

Jedoch behaupte ich mal, dass der Method Actor oder der Storyteller mit der Beschränkung auf wenige Zauber auf Dauer nicht zufrieden sein wird. Wenn ich beispielsweise eine Hexe spiele, bevorzuge ich den Zauber Hexenspeichel, obwohl der Zauber Balsamsalabunde im Bezug auf Kosten/Nutzen deutlich effektiver ist. Ich stelle mir Hexenspeichel so vor, dass der Zaubernde mit dem Opfer leidet und gerne helfen möchte und aus lauter Verzweiflung dessen Wunden küsst – eine sehr passende Darstellung für die Emotionalität einer Hexe. So passt das Gegenstück Hexengalle ideal zum Wesen einer Hexe, auch wenn ein Ignifaxius als Kampfzauber widerum deutlich effektiver ist.

Des Weiteren hat man durch eine große Anzahl von Zaubern mehr Abwechslung, schließlich möchte ich nicht immer wieder die gleichen Zauber wirken?! Zugegeben, in manchen Situationen kann das Charakterspiel nebensächlich sein, dann greife ich auch zu den Klassikern – dennoch möchte ich jeden DSA-Spieler dazu animieren möglichst viele verschiedene Zauber einzusetzen.