Meine letzten Erinnerungen an Riva haben mit Käsetoast zu tun und es lag ein Schatten über der Hafenstadt im Norden Aventuriens. Seitdem habe ich leider nichts mehr aus dieser Stadt gehört – bis jetzt. Der Buchtitel von Mike Krzywil-Groß Erstlings verspricht eine Rückkehr nach Riva. Wie tödlich diese Stadt sein kann, soll das Buch Riva Mortis zeigen.

Klappentext:

Riva, die freie Stadt an den Ufern des Kvill. Die horasische Altertumsforscherin Ancalita Balliguri ist nicht sehr angetan davon, die Nachfolge des geistig verwirrten Magisters Scribani anzutreten.
Doch was hat den armen Magister in den Wahnsinn getrieben? Waren es die Geheimnisse des düsteren Riedemoors, in dem sich seit Phexens Sternenregen allerlei merkwürdige und sinistre Gestalten herumtreiben? Gemeinsam mit dem maraskanischen Zauberer Madajin folgt sie einer unheilvollen Spur, die ihr mehr abverlangt, als sie geben kann. Und auf einmal muss sie sich sogar den Dämonen der eigenen Vergangenheit stellen.

Inhalt

Eigentlich will ich hier gar nicht viel über den Inhalt verlieren, da ich Spoiler vermeiden möchte. Wie schon der Klappentext sagt, gerät die junge Altertumsforscherin Ancalita nach Riva, wo sie den Job des Magisters Scribani übernehmen soll. Der alte Magister hat bei einer Expedition zu den Sümpfen bei Riva was so Schlimmes gesehen, dass er seinen Verstand verloren hat. Hier packt Ancalita die Abenteuerlust und sie beginnt mit Ihren Nachforschungen zum Geschehenen. Es scheint Personen zu geben, die verhindern möchten, dass die Forscherin der Sache weiter auf den Grund geht und sie schrecken dabei nicht vor Mord zurück. Mit der Hilfe des sehr skurrilen Magiers Madajin und dem kleinen Alrik kommt Ancalita der Wahrheit immer näher…

Stil und Stimmung

Die Einführung der Protagonistin Ancalita und des kleinen Alriks ist sehr liebevoll gestaltet. Man findet die Forscherin auf Anhieb sympathisch. In Riva angekommen erleidet die Horasierin einen regelrechten Kulturschock und eckt mit Ihren Ansichten bei den Einheimischen verständlicherweise an. Allgemein kann man sich Riva durch das Buch sehr gut vorstellen. Macht man sich beim Lesen dann auch noch den Riva-Mortis-Song an, kann man den Duft der Gassen von Riva förmlich riechen. Auch die Darstellung der „Herbergsmutter“ von Ancalita, eine zwielichtige Thorwalerin weiss zu gefallen. Skurriler wird es dann tatsächlich mit dem Magier Madajin, der als Charakter nicht schlecht gezeichnet ist, aber es ist auch als Leser verdammt schwierig, sich in die maraskanische Denkweise hinein zu versetzen und die Motivation des Magiers hat sich mir nur teilweise erschlossen. Auch die Motive der Antagonisten hätte, meiner Meinung nach, etwas deutlicher gezeichnet werden können. Das soll nicht bedeuten, dass die Charaktere schlecht dargestellt werden – aber vergleicht man diesen DSA-„Krimi“ mit irdischen Geschichten, gibt es hier schon einen Unterschied, was die Tiefe der Bösewichte angeht.

Fazit

Das Erstlingswerk Riva Mortis von Mike Krzywik-Groß hat mir schöne Lesestunden bereitet. Die Geschichte ist insgesamt spannend und hatte nur ein bis zwei kleine Hänger im Fluss. Von den DSA-Romanen gehört Riva Mortis zu den Besseren. Es ist natürlich keine epische Geschichte, wie z.B. Das zerbrochene Rad und hat auch keinen Galotta aufzuweisen, aber dennoch sehr lesenswert. Gespannt bin ich auf die Fortsetzungen „Anbar Mortis“ und „Tuzak Mortis“ (welcher zunächst einmal angekündigt worden ist), wobei ich tatsächlich gespannt bin auf Madajin als Hauptperson der Handlung. Für Riva Mortis vergebe ich zusammengefasst 4 von 5 Sternen/Würfeln.

Riva Mortis Bewertung von Olaf:
4.0Bewertung von Riva Mortis: 4.0

Riva Mortis (Das Schwarze Auge Band 130)
Autor: Mike Krzywik-Groß
Handlungsorte: Riva und Umgebung
Heldentypen: horasische Altertumsforscherin, maraskanischer Magier
Verlag: Fantasy Productions (FanPro)
ISBN: 3890641296
Seiten: 312
Preis: 10,00 €

Update: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Tatsächlich ist Ancalita keine Magierin, sondern „nur“ eine Forscherin. Ich habe den Misstand in der Rezension korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis!